Gut gemeint = gut gemacht? Was braucht eine inklusive Erwachsenenbildung?

  • Ort:
    ZSIMT Berlin
  • Beginn:
    24. Oktober 2014, 19:00 Uhr
  • Ende:
    24. Oktober 2014, 21:30 Uhr
  • Adresse:
    Am Sudhaus 2
    12053 Berlin

Gut gemeint = gut gemacht? Was braucht eine inklusive Erwachsenenbildung?

Dialogtisch im Rahmen der Berliner Tage des Interkulturellen Dialogs

Wir möchten einen Perspektivwechsel weg von Integration hin zu Inklusion in der Erwachsenenbildung voranbringen. Inklusion bedeutet, dass die Rahmenbedingungen so sind, dass alle gleichberechtigt mitmachen können. Wir gehen der Frage nach: Wie könnten Bildungsangebote aussehen, bei denen alle mitmachen und mitgestalten können, bei denen sich alle wohlfühlen und mit ihren Erfahrungen, Bedürfnissen und Zielen wiederfinden? Dazu möchten wir Erfahrungen austauschen und neue Ideen entwickeln.

Eingeladen sind alle am Thema Interessierten!

Anschließend wollen wir mit einem kleinen Stehempfang die Gründung von ZSIMT Berlin feiern.

Ort: ZSIMT, in der ehemaligen Kindl-Brauerei in Berlin-Neukölln (weißes Haus), Am Sudhaus 2, 12053 Berlin

Die Räume sind leider nicht barrierefrei. Es wird eine professionelle Kinderbetreuung geben! Die Veranstaltung wird in deutscher Sprache stattfinden. Wenn Sie Übersetzung benötigen, melden Sie sich bei uns, wir versuchen das zu organisieren.

Veranstalter: ZSIMT Berlin – Zentrum für soziale Inklusion, Migration und Teilhabe

Kontakt: Constanze Schwärzer, Tel.: 0173 6001917, constanze.schwaerzer@gmx.net

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Hintergrund:

Zu den Aufgaben der Erwachsenenbildung gehört es, Menschen dabei zu unterstützen, sich sowohl persönlich weiterzuentwickeln und ihre Lebensqualität zu verbessern, als auch sich in einer veränderlichen Welt zurechtzufinden und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern. Dabei sollten sie auch darin gestärkt werden, ihre Kompetenzen zur Gestaltung ihres eigenen Lebens und der Gesellschaft nach ihren Bedürfnissen einzusetzen.

In der Praxis ist die Erwachsenenbildung tendenziell gespalten in einerseits oft teure Angebote zur persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung, die aber gleichzeitig oft sehr praxisfern sind und wenig Bezug zu den Lebensrealitäten vieler Teilnehmender haben. Andererseits gibt es viele Angebote, zu denen Teilnehmende nur durch Jobcenter oder Arbeitsagentur Zugang haben und teilweise auch zur Teilnahme gezwungen werden. Dies schafft erneut Schubladen und schließt viele Menschen aus (z. B. prekär Beschäftigte, Migrant_innen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus, Menschen in oder nach einer Familienphase) oder geht an ihren Bedürfnissen vorbei.

Auch in der Erwachsenenbildung ist ein Perspektivwechsel von Integration hin zur Inklusion nötig. Anstatt bestimmte Gruppen in den Arbeitsmarkt oder in eine Gesellschaft zu der sie bereits gehören integrieren zu wollen, wünschen wir uns Angebote, bei denen alle mitmachen können, die für unterschiedliche Menschen interessant sind und die ein gleichberechtigtes Zusammenleben in Vielfalt fördern. Diese sollen vielfältige Lebensrealitäten und auch die Vereinbarkeit von Beruf, Familienleben und Freizeit berücksichtigen.

Dazu muss die gesamte Struktur der Weiterbildungsträger und ihrer Angebote auf den Prüfstand: Wie offen und divers sind die Einrichtungen selbst? Wer gestaltet die Angebote, wer redet dabei mit? Wer sind die Lehrenden? Sprechen die Methoden und Inhalte neue und vielfältige Zielgruppen an? Werden Fähigkeiten dieser Zielgruppen, z. B. Mehrsprachigkeit, eingebunden? Welche Angebote müssen neu entwickelt werden, um einer Vielfalt an Lebensrealitäten, Vorkenntnissen, Erfahrungen, Bedürfnissen und Zielen gerecht zu werden? Wie müssen diese Angebote, der Zugang dazu und die Umsetzung davon entwickelt werden, damit sie möglichst vielen Menschen Teilnahme und Mitgestaltung ermöglichen?

Wir möchten Ideen und Erfahrungen dazu sammeln, wie eine solche inklusive Erwachsenenbildung aussehen könnte. Eingeladen sind alle am Thema Interessierten, Weiterbildungsanbieter_innen, Dozent_innen sowie alle Menschen, die schon einmal an einer Weiterbildung teilgenommen oder bewusst nicht teilgenommen haben.